7. April 2020

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Zeit zum Umdenken

Welche Auswirkung hat die aktuelle Situation auf Ihre Branche und schlussendlich auf Ihr Unternehmen?

Wir mussten unsere Aktivitäten um 90% runterfahren. Übrig bleiben einige Leistungen im Bereich Personaldiagnostik und Führungskräfte-Coachings, welche wir auch remote erbringen können.
Ich denke, dass es meinen Kollegen in der Branche ähnlich geht.

Was war in der aktuellen Situation in vertrieblicher Hinsicht die größte Herausforderung für Sie bzw. Ihr Unternehmen?

Wir werden in den nächsten Monaten kaum Geld verdienen, und deshalb mussten wir schauen, dass wir die Kosten reduzieren und einen Weg finden, wie wir die Zeit so sinnvoll als möglich überbrücken.

Wie haben Sie auf diese Herausforderung reagiert bzw. wie reagieren Sie darauf?

Das Wichtigste war für uns, gelassen zu reagieren und einen Schritt nach dem anderen zu setzen. Zunächst einmal wollten wir die Situation mit den Mitarbeitern klären. Einige von ihnen verbrauchen gerade ihren Resturlaub und werden danach das Kurzarbeitsmodell der Bundesregierung, welches sehr attraktiv ist, in Anspruch nehmen.

Dann war es natürlich wichtig, ein Signal für unsere Kunden zu setzen und Ihnen zu zeigen, dass wir auch in der Krise für sie da sind. Wir haben sie mit interessanten aktuellen Artikeln versorgt, bieten ihnen gratis Coachings an und ermutigen sie, aktiv zeitgemäße Kommunikationskanäle (wie Zoom, MS Teams, Skype etc.) zu nutzen, um mit uns in Kontakt zu bleiben und dabei auch gleich neue Kompetenzen zu entwickeln. Nebenbei entwickeln wir neue Konzepte, welche auf die Bedürfnisse unserer Kunden nach der Krise abgestimmt sind.

Ich selbst nutze die restliche Zeit, um mein nächstes Buch zu schreiben.

Was waren/sind dabei die wichtigsten Erfolgsfaktoren?

Gelassen zu bleiben. Die Chance zu erkennen, welche in der Krise enthalten ist. Proaktiv zu bleiben und nicht warten bis alles vorbei ist. Sich der eigenen Stärken bewusst zu sein und auf diesen aufzubauen.

Von welchem weiteren Krisenverlauf gehen Sie aus?

Die nächsten beiden Wochen werden entscheidend sein. Sollte sich der Trend der Abwärtsbewegung der Infektionskurve weiter so fortsetzen, wird das System in den nächsten Wochen Schritt für Schritt wieder hochgefahren. Für meine Branche sehe ich erst ab Herbst wieder annähernd normale Arbeitsbedingungen. Den wirtschaftlichen Schaden kann jetzt noch niemand seriös abschätzen. Ich denke, er wird wesentlich größer sein als in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Wichtig ist jedoch, was wird nachher anders sein als vorher? Wenn es im Jänner 2021 wieder Kirschen aus Chile in den Supermärkten gibt und wir um 29 Euro für ein Wochenende nach Barcelona fliegen können, hat die Menschheit wieder nichts gelernt. Und das wäre schade, denn jetzt haben wir die Chance, diesen Unsinn zu stoppen.

GSF IM GESPRÄCH MIT…
Dr. Reinhard Lindner, MBA
Geschäftsführer Reinhard Lindner Trainings- und Managementberatungs GmbH

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